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Fracking

3. Februar 2012: Weyher SPD für neue Energie - aber gegen Tiefenbohrungen in der Region

Die Weyher SPD hat sich einem Antrag der Weyher Jusos angeschlossen und sich damit klar gegen das sog. "Fracking" - eine Methode in der geologischen Tiefbohrtechnik, um „unkonventionelles Gas“ fördern zu können - auf Weyher Gebiet, im Landkreis Diepholz, den angrenzenden Landkreisen sowie auf Landes- und Bundesebene ausgesprochen.

Konkret heißt es in dem auf der Jahreshauptversammlung einstimmig angenommenen Antrag:

Wir Jusos beantragen, eine der Information und Entscheidung dienende Mitgliederversammlung der SPD-Weyhe zum Thema „Fracking“ mit der Zielsetzung eines Verbots in Kürze abzuhalten. Wir fordern die Partei auf, sich für ein Verbot des „Frackings“ im Gemeindegebiet, im Landkreis Diepholz, den angrenzenden Landkreisen sowie auf Landes- und Bundesebene einzusetzen.

Begründung:

Fracking ist eine Methode in der geologischen Tiefbohrtechnik, um „unkonventionelles Gas“ fördern zu können. Der Begriff ist die Kurzform von Hydraulic Fracturing (engl. „to fracture“: ‚aufbrechen‘, ‚aufreißen‘). Erdgas lagert grundsätzlich in Gesteinsporen. Die wirtschaftliche Abbaubarkeit richtet sich hier nach der sog. Permeabilität, also der Durchlässigkeit von Gesteinsarten für Gase oder Flüssigkeiten. Je höher die Permeabilität, desto leichter ist auch die Gewinnung des Gases. Lagert das Erdgas in einer Gesteinsart, die ausreichend porös ist, strömt das Gas von selbst durch ein Bohrloch nach oben. Dies ist bei unkonventionellem Erdgas nicht der Fall, weil es in Gesteinsreservoiren lagert, die generell eine geringe Durchlässigkeit haben. Daher muss das Gestein „gefrackt“ (also unter hydraulischem Druck aufgebrochen) werden, um es poröser zu machen und so eine bessere Durchlässigkeit für das durch das Bohrloch anschließend nach oben strömende Gas zu schaffen.

Um das Gestein aufzubrechen, wird ein „Fracfluid“ durch das Bohrloch in die Gesteinsschicht gepresst. Dieses besteht aus Wasser, das mit zum Teil hochgiftigen Chemikalien angereichert ist. Ist das Gestein ausreichend „gefrackt“, kann das Erdgas durch das Bohrloch empor strömen. Insbesondere Erdgas, das in Schieferschichten lagert, steht im Zentrum des Abbauinteresses. Je nach geographischer Lage in Deutschland befinden sich eine oder mehrere Gesteins- oder Sandschichten über dieser Schieferschicht; sowie das Grundwasser. Grundwasser wird nicht nur zur Bewässerung von Gärten, als Löschwasser der Feuerwehr, sondern auch zur Trinkwasserherstellung benutzt.

Um an die Schieferschichten heranzukommen, muss folglich der Bohrkern auch durch das Grundwasser gebohrt werden. Dabei wird das Bohrloch mit Beton und anderen Substanzen ausgekleidet und auf diese Weise stabilisiert. Durch diese Bohrlöcher wird anschließend das hochgiftige „Fracfluid“ hinuntergepumpt, um das Gestein zu „fracken“. Es besteht allerdings die Gefahr, dass diese Bohrlöcher nicht vollständig abgedichtet sind. Ein eindrucksvolles Beispiel war der Unfall auf der von Shell betriebenen Tiefsee-Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“. In Folge des nfalls strömte über Wochen Rohöl aus dem nicht abgedichteten Bohrloch und verursachte eine gewaltige Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko. Bei der unkonventionellen Erdgasförderung in Deutschland besteht sogar noch eine viel größere Gefahr: da der Bohrkern durch das Grundwasser führt, kann es durch die Chemikalien vollständig verseucht werden.

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